
Fotoausstellung vom 29. September – 24. November 2011
Eine Dokumentation der Vallas und Murales – öffentliche Politik in Kuba im Wandel der Zeiten von Barbara Buxbaum / Pia Thierer
Die Freundschaftsgesellschaft Berlin-Kuba e.V. (FBK) zeigt Fotografien von politischen, revolutionären „vallas“, Schildern, die an den Straßen aufgestellt sind, und „murales“, politischen Wandmalereien. Sie sind nicht nur wegen ihrer Dominanz in der Öffentlichkeit und ihrer Vielfalt von absoluter Einzigartigkeit, auch ihr Bezug auf aktuelle politische Geschehen und ihre Abstimmung auf die jeweiligen Zielgruppen machen sie zu Dokumenten der Weltgeschichte.
Die ersten Fotografien und die Projektidee entstanden 2007 auf einer Exkursion der Humboldt-Universität nach Kuba. Die bildhafte Präsenz der revolutionären Konzepte und das gänzliche Fehlen jeglicher kommerzieller Werbung im öffentlichen Raum motivierten die Lateinamerikanistin Barbara Buxbaum und die Fotografin Pia Thierer zu einer weiteren Reise, auf der sie 2010 gezielt bei einer Fahrt über die kubanische Insel weiteres Fotomaterial zusammentrugen, welches nun gemeinsam mit Bildern der ersten Reise ausgestellt wird.
Die FBK begleitet die Ausstellung mit aktuellen Veranstaltungen zu Kuba und freut sich auf einen regen Austausch und spannende Diskussionen.
Veranstaltungsreihe
Do 29.09., 19:30 Uhr, Vernissage „Revolución es ….“
In Anwesenheit der Ausstellungsmacherinnen Barbara Buxbaum und Pia Thierer, Einführung in die Ausstellung und Medienpräsentation weiterer Murales
Do, 06.10., 19:30 Uhr, „Suite Habana“, Dok-Film, 2003 von Fernando Pérez, 80 Min.
Aus Beobachtungen, Klängen, Musik, Gesichtern, Geräuschen, Gesten, Rhythmen komponiert der Filmemacher seine visuelle Suite und ein Stück Kino, wie man es noch selten gesehen hat.
Do, 13.10., 19:30 Uhr: „Medienpolitik gegen und über Kuba“
Harald Neuber, Lateinamerikanist, Journalist, Vertreter von Prensa Latina. In den herrschenden Medien werden immer wieder Klischees über Kuba verbreitet, meist negative. Divergierende Meinungen in Kuba gelten hier als Volkes Stimme, Verteidiger der sozialistischen Revolution Kubas als gleichgeschaltete Sprachrohre. Die Realität in und um Kuba ist aber vielfältiger und widersprüchlicher.
Do, 20.10., 19:30 Uhr, „Suenos Cubanos“, Dok-Film, BRD 2009, von H.-P. Weymar, 94 Min
50 Jahre Revolution in Kuba – Anlass für eine filmdokumentarische Reise „auf den Spuren der Revolution“ nach Art eines Road Movies. Die unterschiedlichen Menschen, denen wir begegnen, geben Einblicke in ihr konkretes Leben und ihre Sicht auf „la revolución“. Es geht um ihre praktischen Erfahrungen, um Hoffnungen, Freuden und Leiden. Dabei wird immer wieder der Bogen gespannt von den 50er Jahren bis heute und in die Zukunft. Allen Protagonisten gemeinsam ist die Bereitschaft, offen über sich und die Gesellschaft zu sprechen.
Do, 27.10., 19:30 Uhr, “Kuba nach dem Parteitag”
Steffen Niese, Politikwissenschaftler, Doktorand der Universität Havanna. Die kubanische Gesellschaft steht wieder einmal vor immensen Herausforderungen. Diesmal geht es um die Stärkung und “Aktualisierung des Sozialismus” vor dem Hintergrund des Auseinanderklaffens von Einnahmen und Ausgaben des Staates.
Die Produktivität und Effektivität der Wirtschaft sind völlig unzureichend. Vereinzelte Erfolge reichen für eine dauerhafte und ausbalancierte Weiterentwicklung Kubas nicht mehr aus. Zahlreiche Maßnahmen wurden in der Bevölkerung diskutiert, auf dem Parteitag der PCC im April zusammengefasst und im August in der Nationalversammlung entschieden. Wie ist all das einzuschätzen und wie sieht die Umsetzung aus? Was sind die Perspektiven?
Do, 03.11., 19:30 Uhr, „Skandalfall Cuban 5“
Hans-Eberhard Schultz, Menschenrechtsanwalt (zeitweise Beobachter des Prozesses). Seit der erfolgreichen Revolution von 1959 war Kuba mit verstärkten Aggressionen, Subversionen und sogar Terrorattacken aus den USA konfrontiert. Auch unter US-Präsident Obama geht der Kalte Krieg gegen die Rote Insel weiter. Die Hintergründe hierfür sollen thematisiert und am Fall der Cuban 5 beispielhaft erläutert werden. Nachdem diese 5 Kubaner kriminelle exilkubanische Organisationen beobachtet und Unterlagen gesammelt und an den FBI weitergegeben hatten, wurden nicht die kriminellen Exilkubaner, sondern diese 5 tapferen Antiterroristen verhaftet und in US-Gefängnisse weggesperrt.
Do, 10.11., 19:30 Uhr, „Mulattin“ – vertonte Gedichte von Nicolás Guillén“ und Texte von José Martí
In einem Lieder- und Rezitationsprogramm mit Gerta Stecher (Diseuse) und Prof. Dr. Hans-Otto Dill (Experte für lateinamerikanische Literatur) werden Leben und Werk des kubanischen Dichters Guillén und des dichtenden Revolutionärs und Nationalhelden Martí vorgestellt.
Do, 17.11., 19:30 Uhr, Estrella de Cuba
In der Gruppe Estrella de Cuba haben sich Kubanerinnen und Kubaner zusammengeschlossen, die in Berlin leben und arbeiten. Sie engagieren sich für Kuba und üben Solidarität mit ihrem Land in unterschiedlichen Formen. Davon werden sie erzählen und mit uns darüber diskutieren.
Do, 24.11., 19:30 Uhr, Finissage
Galerie Olga Benario, Richardstr. 104, 12043 Berlin-Neukölln
U7: Karl-Marx-Straße (Ausgang Neuköllner Oper und durch die Passage)
Infos: 680 59 387 oder 626 16 51 oder
E-Mail: forum@galerie-olga-benario.de
www.Galerie-Olga-Benario.de
Freundschaftsgesellschaft Berlin-Kuba e.V.
www.fg-berlin-kuba.de
Öffnungszeiten: bei den Veranstaltungen und auf Anfrage
Spendenkonto: Berliner Volksbank BLZ 100 900 00 Konto 71 56 36 10 08

